Grafik im Raum | Kunst am Bau | Ausstellungsdesign

Ey Werbung, was los? –
Experimentelles Design im öffentlichen Raum

Mit „Ey Werbung, was los?“ wurde der U-Bahnhof Samariterstraße für kurze Zeit zum Experimentierfeld. Sämtliche Werbeflächen wurden durch Plakate ersetzt, die formal wie klassische Werbung aussehen – jedoch ohne Absender agieren. Alles wirkte vertraut. Und gleichzeitig doch anders.

Deutsch – Bildbeschreibung (SEO / Metadaten) Beleuchtete Werbetafel im U-Bahnhof Samariterstraße als Teil des Kunstprojekts „Ey Werbung, was ist los?“. Das Plakat zeigt den Schriftzug „Wohnen ohne Bohnen – Doktor Erbs Immobilien“ und ist mit einer Illustration von Ulrich Scheel gestaltet. Das Motiv imitiert klassische Immobilienwerbung, verzichtet jedoch auf reale Verortung und Absenderlogik und ist Teil der experimentellen Plakatintervention im öffentlichen Raum. ⸻ English – Image description (SEO / metadata) Illuminated advertising display at Samariterstraße underground station in Berlin, part of the art project “Ey Werbung, was ist los?”. The poster reads “Wohnen ohne Bohnen – Doktor Erbs Immobilien” and features an illustration by Ulrich Scheel. The visual references familiar real estate advertising aesthetics while deliberately avoiding clear attribution, forming part of an experimental poster intervention in public space.

Deutsch – Bildunterschrift Plakatmotiv im U-Bahnhof Samariterstraße aus dem Kunstprojekt „Ey Werbung, was ist los?“. Die Gestaltung zitiert bewusst klassische Weihnachtswerbung: „Mein Zauber ist dein Glück“, begleitet von der Figur Harald, der funkelnde Sternchen versprüht. Das Motiv wurde gezielt vor Beginn der Weihnachtszeit platziert, sodass die später folgenden, regulären Werbeflächen im üblichen Zehn-Tage-Rhythmus mit echter Weihnachtswerbung bespielt wurden. Die geplante Überlagerung von Kunst und Kommerz ging exakt auf. ⸻ English – Caption Poster motif at Samariterstraße underground station in Berlin, part of the art project “Ey Werbung, was ist los?”. The visual deliberately references classic Christmas advertising, featuring the line “My magic is your happiness” and the character Harald scattering sparkling stars. The poster was placed just ahead of the Christmas season, so that subsequent advertising panels were filled with actual seasonal ads in the regular ten-day cycle. The intended collision between art and commercial messaging unfolded as planned.
Deutsch – Bildbeschreibung (SEO / Metadaten) Plakatkombination im U-Bahnhof Samariterstraße als Teil des Kunstprojekts „Ey Werbung, was ist los?“. Links oben ist der Schriftzug „Neuer Körper, neues Glück – Human Resources“ zu sehen, ergänzt durch die Darstellung zweier Leichenfüße mit angehängtem Schild. Darunter eine Frau mit einer spritzbaren Portion „Frozen“, die enttäuscht blickt. Rechts daneben ein weiteres Plakat mit der Aufschrift „Noch drei Jahre bis zum Kiosk“. Beworben wird das fiktive Magazin Prison Bride, dessen Motive gezielt im Umfeld eines Zeitungskiosks platziert wurden und so reale Nachfrage und Irritation erzeugten. ⸻ English – Image description (SEO / metadata) Poster combination at Samariterstraße underground station in Berlin, part of the art project “Ey Werbung, what’s going on?”. The left panel reads “New body, new happiness – Human Resources” and shows two corpse feet with attached tags. Below, a disappointed woman holds an injectable portion labeled “Frozen”. To the right, another poster states “Three more years until the kiosk”. The visuals promote the fictional magazine Prison Bride, deliberately placed near a newsstand, creating real-world confusion and inquiries as part of the experimental advertising intervention.

Deutsch – Bildbeschreibung (SEO / Metadaten) Langzeitaufnahme im U-Bahnhof Samariterstraße als Teil des Kunstprojekts „Ey Werbung, was ist los?“. Eine ausfahrende U-Bahn erscheint als bewegte, verschwommene Spur im Vordergrund. Im Hintergrund ist eine beleuchtete Werbetafel mit dem Schriftzug „100 % Baumwolle“ und dem Porträt einer blonden Frau zu sehen. Die Kombination aus Bewegung und statischem Plakat verstärkt die Irritation der werblichen Botschaft im urbanen Transitraum. ⸻ English – Image description (SEO / metadata) Long-exposure view of Samariterstraße underground station in Berlin, part of the art project “Ey Werbung, what’s going on?”. A departing subway train appears as a blurred motion trail in the foreground. In the background, an illuminated advertising panel displays the text “100% cotton” alongside the portrait of a blonde woman. The contrast between movement and the static poster highlights the disruption of advertising logic within the urban transit space.
Deutsch – Bildbeschreibung (SEO / Metadaten) Beleuchtete Werbetafel im U-Bahnhof Samariterstraße als Teil des Kunstprojekts „Ey Werbung, was ist los?“. Das Plakat bewirbt ein fiktives Getränk „Ravioli zum Trinken“ mit dem Slogan „Natürlich trinke ich, denn man hat am Leben ja schon genug zu knabbern“. Die bewusst absurde Produktidee imitiert Konsumwerbung und wurde im realen Bahnhofskontext platziert, wodurch unerwartete Bezüge zwischen Motiv, Ort und Alltagssituation entstanden. ⸻ English – Image description (SEO / metadata) Illuminated advertising display at Samariterstraße underground station in Berlin, part of the art project “Ey Werbung, what’s going on?”. The poster promotes a fictional product, “drinkable ravioli,” using the slogan “Of course I drink, life already gives you enough to chew on.” The intentionally absurd concept mimics consumer advertising and was placed within the real transit environment, creating unexpected connections between the visual, the location, and everyday life.
Deutsch – Bildbeschreibung (SEO / Metadaten) Plakatkombination im U-Bahnhof Samariterstraße als Teil des Kunstprojekts „Ey Werbung, was ist los?“. Vor der grünen U-Bahn-Wand ist ein übergroßes Steak im Format von etwa drei mal zwei Metern zu sehen, versehen mit der Preisangabe „Jetzt für sagenhafte 9,95“, ohne weitere Erläuterung. Rechts daneben eine gefälschte Magazinwerbung mit dem Titel „Die neue All-you-can-eat-Diät“, dargestellt durch einen Teller mit Toastbrot und Pillen. Darunter der Hinweis „Jetzt in der neuen Melli Melli – was Frauen wirklich lesen“. Die Motive spielen mit Essens-, Konsum- und Medienklischees im öffentlichen Raum. ⸻ English – Image description (SEO / metadata) Poster combination at Samariterstraße underground station in Berlin, part of the art project “Ey Werbung, what’s going on?”. In front of the green subway wall, an oversized steak measuring approximately three by two meters is displayed with the price tag “Now for an unbelievable 9.95,” without further explanation. To the right, a fake magazine advertisement titled “The new all-you-can-eat diet” shows a plate with toast and pills. Below, the line reads “Now in the new Melli Melli – what women really read.” The visuals reference food, consumption and media clichés within the public transit space.
Deutsch – Bildbeschreibung (SEO / Metadaten) Kleinteilige Werbeformate im U-Bahnhof Samariterstraße als Teil des Kunstprojekts „Ey Werbung, was ist los?“. Zu sehen sind mehrere beleuchtete Plakate: ein junger Mann hält Schilder mit fingierten Preisen, daneben ein Motiv mit der Aufschrift „Ihr Nachbar hat gewonnen“. Weitere Plakate kündigen 50 % Reduzierung und ähnliche Rabattversprechen an. Alle Motive greifen bekannte Werbecodes auf, verzichten jedoch bewusst auf Absender oder Produkt und entleeren so die gewohnte Werbelogik im öffentlichen Raum. ⸻ English – Image description (SEO / metadata) Small-format advertising visuals at Samariterstraße underground station in Berlin, part of the art project “Ey Werbung, what’s going on?”. The illuminated posters include a young man holding signs with fake prices, a neighboring visual stating “Your neighbor has won,” and additional posters advertising 50% discounts and similar promotional claims. All visuals mimic familiar advertising codes while deliberately omitting branding or attribution, exposing the emptiness of advertising logic in public space.
Deutsch – Bildbeschreibung (SEO / Metadaten) Beleuchtete Werbetafel im U-Bahnhof Samariterstraße als Teil des Kunstprojekts „Ey Werbung, was ist los?“. Das Plakat zeigt einen Fleischer, der eine große Menge Fleisch in den Händen hält. Der Slogan lautet „Darf ein bisschen mehr sein“. Die Gestaltung orientiert sich formal an einem klassischen Hollywood-Filmplakat mit dunkler Bildstimmung, dramatischem Licht und klarer Fokussierung auf das zentrale Motiv. ⸻ English – Image description (SEO / metadata) Illuminated advertising display at Samariterstraße underground station in Berlin, part of the art project “Ey Werbung, what’s going on?”. The poster features a butcher holding a large amount of meat, accompanied by the slogan “Darf ein bisschen mehr sein.” The visual adopts the aesthetics of a classic Hollywood movie poster, using dark tones, dramatic lighting and a strong focus on the central figure.
 

Dämonen und Neuronen

Grafische Gestaltung der Wanderausstellung zum Thema Psychiatrie

Für die Wanderausstellung „Dämonen & Neuronen. Psychiatrie gestern – heute – morgen“ arbeiteten wir im Auftrag des Büros mit Idee an der Ausstellungskonzeption, dem Design und der visuellen Kommunikation. Die Ausstellung erzählt die Geschichte des Umgangs mit psychischen Erkrankungen über mehrere Jahrtausende hinweg und verknüpft historische Diagnosen, Therapien und Behandlungsmodelle mit zeitgenössischen Perspektiven.

Unsere Zuarbeiten umfassten die Entwicklung eines visuellen Gesamtkonzepts, die Gestaltung von Informationsflächen, typografischen Systemen und Bildwelten sowie die räumliche Inszenierung von Inhalten, die Geschichte, Wissenschaft und persönliche Erfahrungsberichte zusammenführen. Daraus entstand eine ausgewogene Verbindung aus Inhalt und Erscheinungsbild, die komplexe Themen wie Psychiatrie, Krankheit und gesellschaftliche Wahrnehmung zugänglich macht.

Das Ausstellungskonzept wurde in enger Abstimmung mit dem SALUS-Institut und weiteren Partnern realisiert und trug dazu bei, die Ausstellung als wissenschaftlich fundierte wie gestalterisch klare Präsentation zu positionieren. Unter der Schirmherrschaft von Herbert Grönemeyer und in verschiedenen Stationen an Universitäten und kulturellen Orten machte „Dämonen & Neuronen“ psychische Gesundheit, Stigmatisierung und historische Entwicklungen erlebbar.


 

Wir helfen Parteien

Für dieses Projekt entwickelten wir eine Reihe fiktiver Wahlplakate, die ohne Ankündigung im öffentlichen Stadtraum platziert wurden. Die Motive tauchten zwischen regulärer Außenwerbung auf der Frankfurter Allee auf – ohne Absender, ohne Kontext, ohne Hinweis auf ein Kunst- oder Ausstellungsprojekt.

Deutsch – Bildbeschreibung (SEO / Metadaten) Plakatmotiv aus einer Reihe fiktiver Wahlwerbungen im Rahmen eines künstlerischen Designprojekts. Zu sehen ist ein Wahlplakat der Fake-Partei „SDP“ (Anlehnung an bestehende Parteigrafiken) mit dem Slogan „Wir entscheidet“. Im Hintergrund befindet sich ein dokumentarisches Bild der rechtsextremen Ausschreitungen in Rostock-Lichtenhagen (1992), das eine Person mit erhobenem Hitlergruß zeigt. Das Motiv konfrontiert politische Wahlästhetik mit historischer Gewalt und entlarvt die Mechanik politischer Bildsprache durch bewusste Überlagerung. ⸻ English – Image description (SEO / metadata) Poster from a series of fictional election campaigns created as part of an artistic design project. The visual shows a fake political party labeled “SDP,” referencing established party design systems, combined with the slogan “Wir entscheidet.” In the background, a documentary image from the right-wing pogroms in Rostock-Lichtenhagen (1992) is visible, depicting a person performing a Nazi salute. The poster juxtaposes election aesthetics with historical violence, exposing the visual logic of political communication through deliberate contrast.

Die Plakate bedienen sich bewusst der visuellen Sprache politischer Wahlwerbung, verschieben diese jedoch inhaltlich und formal. Durch die direkte Einbettung in den Alltag entstand eine Situation ohne erklärenden Rahmen: kein Ausstellungsraum, kein Begleittext, keine Distanz. Die Arbeiten mussten im Vorbeigehen gelesen, ausgehalten oder ignoriert werden.

Das Projekt bewegt sich an der Schnittstelle von experimentellem Grafikdesign, politischer Bildsprache und urbaner Intervention. Es untersucht, wie stark Gestaltung unsere Wahrnehmung prägt – und was passiert, wenn vertraute Kommunikationsformen plötzlich keinen sicheren Kontext mehr bieten.

Deutsch – Bildbeschreibung (SEO / Metadaten) Plakatmotiv aus einer experimentellen Plakatintervention im öffentlichen Raum. Das Motiv orientiert sich visuell am ehemaligen Corporate Design von Die Linke und zeigt den Slogan „Wähl die Linke, denn wir wissen nicht, was die Rechte tut“. Das Design wurde bewusst ohne Auftrag oder Kontext übernommen und zwischen regulärer Außenwerbung platziert, um politische Bildsprache und Wahlästhetik im Stadtraum zu reflektieren. ⸻ English – Image description (SEO / metadata) Poster from an experimental public-space poster intervention. The visual deliberately adopts the former corporate design of Die Linke and features the slogan “Vote Left, because we don’t know what the Right is doing.” The design was used without authorization or explanatory context and placed among regular outdoor advertising to examine political visual language and election aesthetics in public space.
Deutsch – Bildbeschreibung (SEO / Metadaten) Plakatmotiv aus einer experimentellen Plakatintervention im öffentlichen Raum auf der Frankfurter Allee. Zu sehen ist ein Motiv mit einem Babykätzchen, darüber der Schriftzug „Damit einfach alles toll bleibt“ sowie der Parteiname „DDU – gemeinsam erfolgreich“, als bewusste Anlehnung an bekannte Wahlwerbung. Das Plakat wurde ungefragt zwischen reguläre Werbeplakate geklebt und nutzt vertraute politische Bildsprache, um deren Mechanismen im Stadtraum sichtbar zu machen. ⸻ English – Image description (SEO / metadata) Poster from an experimental public-space poster intervention on Frankfurter Allee in Berlin. The visual features a cute kitten, accompanied by the slogan “So that everything simply stays great” and the fictional party name “DDU – together successful,” deliberately referencing established election campaign aesthetics. The poster was placed without authorization among regular outdoor advertising, examining the visual language of political communication in public space.