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Das Werkblatt

Über einen Zeitraum von zehn Jahren entwickelten und gestalteten wir das Werkblatt, die Zeitschrift des Studierendenwerks Berlin, die in allen Berliner Mensen auslag. Der Name verweist bewusst auf den institutionellen Ursprung und trägt zugleich einen spröden, eigenständigen Ton, der sich auch redaktionell fortsetzt.

Das Werkblatt richtete sich an Studierende und verband praktische Informationen, Service-Hinweise und Orientierungshilfen mit journalistischen Formaten wie Reportagen, Porträts und Hintergrundtexten. Die Leistungen des Studierendenwerks wurden dabei nicht erklärend beworben, sondern erzählerisch vermittelt – zugänglich, unterhaltsam und nah am studentischen Alltag.

Gestalterisch und redaktionell entstand so ein eigenständiges Editorial-Format, das institutionelle Inhalte in eine lesbare, glaubwürdige und kontinuierliche Publikation übersetzte. Das Werkblatt machte sichtbar, was das Studierendenwerk leistet – nicht durch Ansprache, sondern durch Haltung, Inhalt und Form.




 

Lanxess Young euro classic china concerts

Über einen Zeitraum von drei Jahren begleiteten wir die Kommunikation und Gestaltung für Young Euro Classic im Kontext internationaler Konzertaktivitäten in Europa und China. Die Projekte standen im Umfeld von kulturellen Austauschformaten und Kooperationen mit internationalen Partnern, unter anderem mit dem global tätigen Konzern LANXESS, der in China präsent ist.

Unsere Arbeit umfasste die Konzeption und Gestaltung von Programmheften, die Entwicklung einer konsistenten visuellen und redaktionellen Kommunikation sowie die Umsetzung von Konzertankündigungen und Begleitmaterialien für unterschiedliche Zielgruppen in Europa und auf dem chinesischen Markt. Die Kommunikation wurde dabei nicht lokal adaptiert, sondern international kohärent gedacht und umgesetzt.

Entstanden ist eine stringente Konzertkommunikation, die klassische Musik, kulturellen Austausch und internationale Präsenz verbindet. Durch klar strukturierte Editorial-Formate und eine ruhige visuelle Sprache wurden Programme, Inhalte und Beteiligte über Ländergrenzen hinweg verständlich und wiedererkennbar vermittelt.

 

Katalog

Zwischen Werbung, Stadt und Kultur entstehen Bilder, die mehr tun, als etwas zu bewerben. Die hier versammelten Arbeiten untersuchen Design als öffentliche Sprache – sichtbar im Stadtraum, wirksam im Alltag, relevant über ökonomische Interessen hinaus.

Die Publikation versammelt freie Arbeiten von genauso.und.anders, die sich mit Werbung, Gestaltung und dem öffentlichen Raum auseinandersetzen. Ausgangspunkt ist die Überzeugung, dass Design selbstverständlich dazu dient, Produkte zu verkaufen, Marken aufzubauen und Kommunikation wirksam zu machen. Gleichzeitig prägt Gestaltung jedoch Wahrnehmung, Bilder und Diskurse – und wird damit zu einem kulturbildenden Faktor.

Die gezeigten Projekte bewegen sich bewusst jenseits klassischer Auftragslogiken. Plakatinterventionen, urbane Arbeiten und Ausstellungsbeiträge untersuchen, wie Werbung im Stadtraum funktioniert, wo sie kippt und was passiert, wenn vertraute Kommunikationsmuster ohne Absender oder Verkaufsziel eingesetzt werden. Der öffentliche Raum wird dabei nicht als Bühne verstanden, sondern als Resonanzraum für Gestaltung.

Dokumentiert sind unter anderem Arbeiten aus Plakataktionen im Stadtraum, Projekte im Umfeld des U-Bahnhofs Samariterstraße, Ausstellungsbeteiligungen sowie weitere freie Designarbeiten, die sich mit politischer Bildsprache, Konsumästhetik und medialen Routinen beschäftigen. Ergänzt werden diese durch serielle Bildarbeiten und kontextualisierende Texte.

Die Publikation versteht sich als Arbeitsgrundlage, Archiv und Einladung zur Auseinandersetzung. Sie zeigt Design nicht nur als Werkzeug zur Wertschöpfung, sondern als verantwortungsvolle Praxis, die Wirkung entfaltet – auch dort, wo nichts verkauft werden soll.

 

Arranca

Für die Zeitschrift arranca! übernahmen wir im Rahmen eines offenen, ehrenamtlichen Gestaltungsformats die visuelle Umsetzung einer Ausgabe. Ziel des Projekts war es, einen Beitrag zur öffentlichen politischen Meinungsbildung zu leisten und demokratische Diskurse sowie Bürgerbeteiligung gestalterisch zu unterstützen.

Die Arbeit entstand unter klaren ökonomischen und technischen Einschränkungen. Aufgrund begrenzter Mittel musste der Druck möglichst kostengünstig realisiert werden. Daraus entwickelte sich ein gestalterischer Ansatz, der bewusst mit reduzierter Farbigkeit, Duplexdruck und einfachen Produktionsmitteln arbeitete. Die Beschränkung wurde dabei nicht als Nachteil verstanden, sondern als gestalterischer Ausgangspunkt.

Durch den gezielten Einsatz von Typografie, Kontrast und Rhythmus entstand ein eigenständiges Editorial Design, das zeigt, wie sich auch mit minimalen Ressourcen klare visuelle Identität und Lesbarkeit erzeugen lassen. Die Gestaltung nutzt die formalen Grenzen, um Spannung, Struktur und Haltung sichtbar zu machen.

Das Projekt steht exemplarisch für eine verantwortungsbewusste Designpraxis, die Gestaltung nicht nur als Mittel zur Vermarktung begreift, sondern als Werkzeug zur Teilnahme am gesellschaftlichen Diskurs – besonders dort, wo Budgets begrenzt und Inhalte relevant sind.

 

Sacco und Vanzetti

Sacco & Vanzetti war eine Jugend- und Popkulturbeilage der Zeitung Neues Deutschland. Der Titel bezieht sich auf die gleichnamigen italienischen Anarchisten, die 1927 hingerichtet wurden, und setzte damit bewusst einen politischen Referenzpunkt. Ausgangslage des Projekts war eine stark überalterte Leserschaft sowie der Versuch, jüngere Zielgruppen für die Zeitung zu gewinnen und langfristig zu binden.

Inhaltlich beschäftigte sich das Magazin mit zeitgenössischen Themen, popkulturell aufbereitet und aus einer linken Perspektive erzählt. Ziel war es, politische Inhalte, Alltagskultur und gesellschaftliche Fragen so zu verbinden, dass sie zugänglich, unterhaltsam und anschlussfähig bleiben – ohne den Gestus klassischer Parteikommunikation.

Ich entwickelte das gesamte gestalterische Grundkonzept und Layoutsystem von Sacco & Vanzetti in enger Zusammenarbeit mit der Redaktion. Dazu gehörten Raster, Typografie, Bildsprache und die formale Struktur der Inhalte. Parallel wurde das Design so angelegt, dass es für Anzeigenkunden attraktiv war, um neue Einnahmequellen zu erschließen und den Anzeigenmarkt zu aktivieren.

Das redaktionelle Konzept entstand gemeinsam mit dem Redaktionsteam, unter anderem mit Martin Schirdewan, der zu diesem Zeitpunkt als Redakteur an der Entwicklung beteiligt war. Sacco & Vanzetti steht exemplarisch für den Versuch, klassischen Journalismus über Gestaltung, Popkultur und neue Formate weiterzuentwickeln und neue Lesergenerationen zu erreichen.

 

Produktpräsentation

Zascho Petkow ist Tischlermeister, entwirft avantgardistische Designmöbel und arbeitet mit einem bewusst ausgewählten, designaffinen Kundenkreis. Für seine Arbeiten entwickelten wir Kataloge und Publikationen, die Möbel nicht nur als Nutzobjekte zeigen, sondern als kulturelle Entwürfe, in denen Gestaltung, Funktion und Haltung zusammenkommen. Die Kommunikation richtet sich an Menschen, für die Design Teil eines größeren gestalterischen Zusammenhangs ist.

Zascho Petkows Arbeiten bewegen sich klar im Bereich Designspitze und Avantgarde-Möbeldesign. Sie setzen sich mit aktuellen Designthemen, Materialität und der Frage auseinander, wie Möbel heute gedacht, genutzt und gelesen werden können. Entsprechend hoch ist der Anspruch an die visuelle und inhaltliche Vermittlung seiner Arbeiten.

Wir begleiteten Zascho Petkow bei der Gestaltung von Katalogen und Designpublikationen, in denen seine Möbel veröffentlicht wurden und werden. Ziel war es, Möbeldesign nicht über klassische Produktabbildungen zu erklären, sondern über konzeptionelle Zusammenhänge, Erzählstrukturen und gestalterische Setzungen.

Ein Beispiel ist eine Publikation zur Auseinandersetzung mit Büro- und Büromöbeln. Statt eines konventionellen Produktkatalogs entstand ein kleines Buch, das wie ein künstlerisches Projekt funktioniert. Die Möbel werden nicht isoliert präsentiert, sondern in einen Kontext gestellt, der Arbeitswelten, Nutzung und gestalterische Haltung reflektiert. So entsteht eine Publikation, die Interesse weckt, Orientierung bietet und zugleich Freude an Gestaltung vermittelt.

Die visuelle Umsetzung übersetzt Zascho Petkows Anspruch an Material, Form und Funktion in eine eigenständige gestalterische Sprache. Das Ergebnis ist eine Form der Produkt- und Designkommunikation, die nicht erklärt oder vereinfacht, sondern Neugier erzeugt – und genau deshalb für seinen Kundenkreis funktioniert.